Fortuna Köln U23 – SV Deutz 05 0:1 (0:0)

Gut 200 Zuschauer waren in die Südstadt gekommen, um sich das Derby zwischen der Fortuna-Reserve und der neuformierten Sportvereinigung aus Deutz und das Duell der Trainerkollegen Marco Zillken und Raimund Kiuzauskas anzusehen. Die Fortuna begann etwas aktiver, die Deutzer Findungsphase dauerte 15 Minuten. Dann hatten die Schwarz-Gelben alles im Griff. Sie verschoben gut, gingen beherzt in die Zweikämpfe und setzten offensiv Impulse. Das lag auch an der enormen Laufbereitschaft der Deutzer, die immer wieder Anspielstationen in den Halbräumen fanden und die Fortuna mit schnellen Angriffen mächtig ärgerten. Nach 20 Minuten schneller Antritt von Chris Massamba auf dem linken Flügel, ein beherzter Schuss, der über das Tor ging. Die Offensive der Gastgeber fand gar nicht statt, zu gut stand die Deutzer Abwehr um Hannes Viehweger und Nico Burbach. Deniz Durmus und Kapitän Tim Pütz als Doppelsechs vernagelten die Zentrale mit enormer Zweikampfstärke. Zu oft musste die Fortuna lange Bälle spielen, was für die hervorragende Raumaufteilung der 05er sprach. Was den Deutzern fehlte, waren die ganz großen Torchancen. Ohne Treffer für beide Teams ging es in die Pause.

Die Kiuzauskas-Elf verfolgte weiter konsequent ihren taktischen Plan: Schnelle Angriffe aus einer starken Defensive heraus. In der 55. Minute die erste Chance der Fortuna, als Kametas freistehend vergab. Nach einer Stunde verletzte sich der bis dahin überragende Durmus. Für ihn kam Kaan-Ahmet Akgün. Nach 65 Minuten wieder Massamba ganz stark, diesmal auf dem rechten Flügel. Er brachte Sven Niklas in gute Abschlussposition, doch der Fortuna-Keeper war auf dem Posten. Die Schwarz-Gelben spürten, dass der Gegner heute alles andere als stabil war. Sie erhöhten weiter den Druck und verzeichneten einige Torchancen. In der 68. Minute brachte ein herrlicher Konter die hochverdiente Führung: Massamba drückte den Querpass halb stolpernd über die Linie. Kollektiver Jubel im schwarz-gelben Lager. Minuten später wieder ein schneller Angriff. Akgün hob den Ball über den weit vorm Tor postierten Schlussmann der Fortunen auf das Tornetz. In der 77. Minute übernahm Sebastian Bamberg für Lukas Kremer die zentrale Stürmerposition. Weitere gute Möglichkeiten zum wahrscheinlich entscheidenden 2:0 ließen die Deutzer ungenutzt. In der 80. Minute Schussmöglichkeit für Fortuna, aber Viehweger räumte seinen Gegner mit letztem Einsatz ab. Gianluca Pavone kam für Niklas Grob, um in der Schlussphase den stark aufkommenden Verkehr auf der linken Deutzer Seite zu beruhigen. Dann war Schluss.

Fazit: Ich sag´s mal so: 3:3 zum Saisonauftakt gegen Pesch, suboptimal aber ok. 1:0 Sieg in Vichttal, was war das denn? 1:0-Sieg bei Fortuna Köln, das war richtig klasse! Völlig verdient, weil Schwarz-Gelb beinahe alle entscheidenden Zweikämpfe gewann, mehr Zug zum Tor und auch die Mehrzahl an Chancen hatte. Taktisch hervorragend eingestellt ließen sie nur zwei Torchancen im gesamten Spiel zu. Der manchmal verzweifelnde Fortuna-Coach Marco Zillken forderte seine Elf mehrfach auf, Fußball zu spielen. Aber die Deutzer ließen sie nicht. Ihre keineswegs destruktive sondern konsequente, dominante Spielweise verhinderte weitestgehend den Spielfluss der Südstädter. Die Innenverteidiger Viehweger und Burbach verdienten sich Bestnoten. Ebenso Kapitän Tim Pütz, der sein vielleicht bestes Spiel im schwarz-gelben Trikot machte: Verantwortung übernehmend, taktgebend und mit vorbildlichem Einsatz. Chris Massamba ist vielleicht der neue Publikumsliebling: Nie aufgebend, immer in Bewegung, programmiert für den direkten Weg zum Tor. Der Umbruch bei Deutz 05 scheint gelungen. Das neu zusammengestellte Team hat eine andere DNA als letztes Jahr: Kompromisslose Zweikampfführung, schnörkelloses, schnelles Spiel in freie Räume, die sie sich mit hoher Laufbereitschaft schaffen. Diese Spielweise ist höchst unangenehm für jeden Gegner. Bin gespannt, wie der Siegburger SV damit zurechtkommt, der am nächsten Sonntag zu Gast in Deutz ist. Die Tabelle sieht recht nett aus, ist aber nicht entscheidend. Das sind aber sieben Punkte aus drei Spielen, die für den Klassenerhalt auf der Habenseite stehen. Kompliment!

Spielbericht:  HW Kley

 

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