Schmerzhafter Lernprozess

Frechen 20 – SV Deutz 05 3:1 (1:1)

Mit 3 Veränderungen gegenüber dem Siegburg-Spiel letzte Woche gingen die Schwarz-Gelben ins Duell mit Frechen 20, Gianluca Pavone, Calar Bahadori und Lukas Kremer übernahmen die Positionen von Astrit Dauti, dem gesperrten Niklas Grob und dem in Spanien weilenden David Marti Alegre. Schon früh übernahm der Gast die Spielkontrolle, frühes und effektives Stören ließ die Frechener nicht zur Entfaltung kommen, und wenn einmal ein Ball richtig Sechzehnmeterraum durchrutschte, griff die gut funktionierende Deutzer Abwehr zu, so dass die Frechener im gesamten ersten Spielabschnitt zu keiner nennenswerter Torchance kamen. Anders dagegen die junge Deutzer Mannschaft, die sich nach Balleroberung schnell mit einigen schönen Kombinationen durchs Mittelfeld spielte, vor allem über die linke Seite, auf der Gianluca Pavone, Sven Niklas Chris Massamba und vor allem Calar Bahadori mächtig Betrieb machten. Nach 23 Minuten hatte Chris Massamba die Führung auf dem Fuß, wunderbar freigespielt von Calar Bahadori, verstolperte er jedoch frei stehend vor dem gegnerischen Torwart. Fünf Minuten später jedoch die verdiente Führung, wieder über die linke Seite inszeniert, nahm sich Calar Bahadori aus 18 Metern ein Herz und jagte den Ball in den linken Torwinkel. Ein erneutes Traumtor, das Standard-Auswärtsergebnis von 1:0 für Deutz war zu diesem Zeitpunkt fix und ließ den Deutzer Anhang vom dritten Auswärtssieg in Folge träumen. Zu Recht, denn zu diesem Zeitpunkt hatte Deutz das Spiel komplett im Griff und der Gegner keine Lösungen. Aus dem Nichts dann aber unmittelbar vor der Pause der ernüchternde Ausgleich: ein planlos in die Spitze geschlagener Ball reichte, um die komplette Deutzer Abwehr zu überspielen, der schlecht positionierte Sven Niklas versuchte noch zu retten, allerdings mit dem falschen Fuß, und der gegnerische Stürmer hatte leichtes Spiel, zum überraschenden Ausgleich einzuschieben.

Offenbar hatten die Frechener in der Halbzeitpause eine Ansage bekommen, wild entschlossen standen sie schon nach wenigen Minuten wieder bereit und warteten auf ihre Gegner, die mit dem Spiel sicherlich zufrieden sein durften, nicht aber mit dem Halbzeitergebnis. Die ersten Minuten gehörten dann auch dem Gastgeber, der deutlich engagierter und bissiger auftrat als im ersten Spielabschnitt. Doch das junge Deutzer Team hielt tapfer dagegen und übernahm nach knapp einer Stunde wieder die Spielkontrolle. Angriff auf Angriff erfolgte auf das Frechener Tor, doch am Sechzehnmeterraum war meistens Schluss. Bei aller Offensiveuphorie blieb allerdings die Defensivdisziplin auf der Strecke, und so kam es, dass der nur noch auf schnelle Konter ausgerichtete Gegner zu einer Großchance nach der anderen kam. Deutz hatte Glück, dass sich die Gastgeber im Auslassen der Chancen gegenseitig überboten oder Maurice Nguyen im Deutzer Tor in höchster Not retten konnte. In der 76. Spielminute war es dann aber so weit, allerdings ging dem Führungstreffer der Frechener eine absurde und willkürliche Schiedsrichterentscheidung voraus. Zweimal innerhalb weniger Sekunden gab es zu Unrecht Einwurf für Frechen, worüber sich Hannes Viehweger gegenüber dem Schiedsrichtergespann aufregte. Mit dem fadenscheinigen Argument, eine (nicht existente) Blutung am Knie behandeln zu lassen, schickte Mr. Arrogant den Deutzer Verteidiger zur Strafe vom Feld, was Unterzahl bedeutete. Der Gastgeber nutzte das Fehlen des besten Deutzer Verteidigers gnadenlos aus und schoss prompt die Führung heraus, weil die Zuordnung nicht stimmte. Damit nicht genug: nach einem weiteren Konter wusste sich Torhüter Maurice Nguyen nur noch durch ein Foul zu helfen, der fällige Elfmeter wurde zum 3:1 verwandelt. In den verbleibenden Minuten bemühte sich das Deutzer Team redlich, aber auch 4 frische Kräfte bekamen es nicht hin, das Frechener Tor noch einmal zu gefährden.

Fazit:

Es war die zweite Niederlage in Folge, diese jedoch war so unnötig wie ein Kropf. Die junge, neu zusammengestellte Mannschaft wollte zu viel, wollte unbedingt gewinnen und stürmte munter drauflos, vergaß aber zu verteidigen und war gnadenlos den Frechener Kontern ausgeliefert. Taktisch gesehen war das schlecht, denn auf des Gegners Platz immer wieder ausgekontert zu werden ist nicht wirklich schlau. Manchmal muss man auch mit einem Punkt zufrieden sein und vielleicht das eigene Spiel selbst auf Konter ausrichten. Daraus wird die Mannschaft aber lernen, aber vielleicht war das auch die Vorgabe des Trainerteams! Ich weiß es nicht…

Nach 5 Spielen kann man jedoch feststellen, dass die neu zusammengestellte Mannschaft durchaus wettbewerbsfähig und mittelrheinligatauglich ist, das Ziel Klassenerhalt ist realistisch. Auffällig ist, dass Deutz in der Kategorie „Tor des Monats“ schon nach 5 Spielen uneinholbar vorne liegt. Das 1:0 war bereits das 5. Tor außerhalb des Sechzehnmeterraums, fünfmal schlug der Ball im Dreieck ein. Das ist schön, zeigt aber auch ein großes Problem auf, denn in den ersten fünf Spielen ist es der Mannschaft kaum gelungen, eine Torchance rauszuspielen, meist ist mit den Angriffsbemühungen an der Strafraumgrenze Schluss. Es fehlt komplett die Durchschlagskraft, erst recht, wenn David Marti Alegre fehlt.

Das Trainerteam wird aber sicherlich seine Schlüsse daraus ziehen und an diesem Problem arbeiten müssen, die nächste Chance, es besser zu machen, bietet sich am kommenden Sonntag beim Heimspiel gegen Viktoria Arnoldsweiler, hier sollte nach zwei Nullnummern mal wieder gepunktet werden, um nicht in die Abstiegsregion reinzurutschen…

Aufstellung:
Maurice Nguyen
Tim Wilking, Hannes Viehweger, Nico Burbach, Sven Niklas, Gianluca Pavone, Tim Pütz, Thomas Idel, Calar Bahadori, Chris Massamba, Lukas Kremer

Wechsel:
Ege Sentop für Calar Bahadori
Kaan Akgün für Gianluca Pavone Leon Wallraf für Thomas Idel
Anel Tabakovic für Chris Massamba

Spielbericht:
Stefan Bedorf

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