1. FC Düren – SV Deutz 05 2:1 (1:1)

Mit der Hypothek der Auftaktniederlage musste Deutz 05 beim 1. FC Düren antreten. Bei einer Mannschaft, die nicht wenige als Aufstiegsfavorit Nummer 1 sehen. Trainer Johannes Zäh wollte mit einem kompakten 4-4-2 die Dürener Offensivkraft in Schach halten. Die Schwarz-Gelben machten das in der Anfangsphase richtig gut. Sie verschoben geschickt, machten die Räume eng. Wenn der Gegner mit langen Bällen operieren muss, ist das immer ein gutes Zeichen für Kompaktheit. Nach 12 Minuten gab es den ersten Abschluss für die Heimelf mit einem drucklosen Schuss und einem weiteren, der weit über den Querbalken ging. Ein scharf getretener Eckball in der 14. Minute bedeutete die 1:0-Führung für Düren. Der mit nach hinten geeilte Lukas Kremer verlängerte per Kopf unhaltbar für Torwart Kevin Schaulis in den Winkel. Gut gemeint, aber dumm gelaufen. Doch die 05er zeigten eine Reaktion: Zwei Minuten später ein guter Angriff über die linke Seite. Sven Niklas flankte, weil er im Zentrum Kremer sah. Ob ein technischer Fehler oder eine listige Finte den Ball unter der Sohle durchrutschen ließ, bleibt dessen Geheimnis. Jedenfalls landete das Spielgerät bei Niklas Grob, der dieses humorlos im Tor versenkte. Es stand 1:1. Die Schwarz-Gelben standen weiterhin gut in ihrer engmaschigen Grundordnung, bis zur 32. Minute. Marc Brasnic drehte sich geschickt um seinen Begleitschutz, Keeper Schaulis parierte großartig. Im Gegenzug Deutz mit einer guten Konterchance im 4 gegen 3, aber der finale Pass geriet zu unpräzise. Kurz darauf wieder ein langer Ball und Möglichkeit für Düren. Wieder ist Schaulis auf dem Posten. In der 39. Minute Düren pfeilschnell über die rechte Seite mit Querpass auf den blank stehenden Brasnic. Dass der regionalligaerfahrene Sturmtank auch Nerven hat, bewies er mit dem Kunststück, den Ball aus 5 Metern über das Tor zu hämmern. Die akustischen Wutausbrücke des Dürener Trainers Guiseppe Brunetto nahmen zu. Der 1. FC erhöhte nochmals den Druck. Eine Menge Standardsituationen waren angesichts ihrer Kopfballstärke brandgefährlich. Die Schwarz-Gelben wankten, aber sie fielen nicht. Dann war Halbzeit. Das 1:1 war ein echter Achtungserfolg, auch dank eines glänzenden Torhüters Schaulis. Nicht zu vergessen Kremer, der an beiden Toren beteiligt war.

Das Privatduell Brasnic/Schaulis ging weiter. In der 50. Minute stand der Dürener nach einem Hochgeschwindigkeitsangriff zentral wieder frei – warum eigentlich – Torwart Schaulis hielt überragend. Und das gleich zweimal! Nach 57 Minuten ein Deutzer Angriff über links. Nico Burbach mit dem Ballverlust und sofort wurde dieser steil gespielt. Natürlich war Brasnic der Adressat. Diesmal umspielte er Schaulis, weil  er ihn ja sonst angeschossen hätte. Endlich das 2:1, aus Dürener Sicht. Das alles sehr ärgerlich, weil die Möglichkeit durch schlampiges Deutzer Spiel erst entstand. Nach einer Stunde kam Finn Stromberg für Ege Sentop. Und der gleich mit einem Torschuss, der zur Ecke geblockt wurde. Kurz darauf ersetzte Thomas Idel den ausgepumpten Argjend Shabani. 10 Minuten später wieder ein Abschluss der Deutzer. Stromberg schoss allerdings dem Dürener Keeper in die Arme. In der 80. Minute kam Tobias Blum für den glücklosen Kremer. Die Wucht der Gastgeber hatte deutlich nachgelassen. Alle dachten wohl daran, dass es „nur“ 2:1 stand. Deutz 05 gestaltete das Spiel nach den Wechseln ausgeglichener und fand auch mehr den Weg in die gefährliche Zone. In der 86. Minute kam mit Seiya Takano ein weiterer Angreifer für Grob. Aber Deutz gelang kein entscheidender Spielzug mehr, der eine Torchance ermöglich hätte. So besiegelte der Schlusspfiff des guten Unparteiischen die knappe Niederlage der Schwarz-Gelben.

Fazit: Deutz 05 verkaufte sich gegen den Favoriten ausgezeichnet. Eine bemerkenswerte läuferische und kämpferische Leistung und – nicht zu vergessen – ein hervorragender Torwart Schaulis brachten den Gegner in der Schlussphase noch einmal schwer ins Grübeln. Wenn man 1:2 verliert, ist auch immer ein Remis drin. Allerdings hätte Brasnic das Spiel alleine frühzeitig entscheiden können, wenn Kevin Schaulis nicht so bravourös gehalten hätte. Gut zu wissen, dass bei Abwesenheit des Stammkeepers Maurice Nguyen ein zuverlässiger Ersatz zur Verfügung steht. Ärgerlich, dass die Schwarz-Gelben bei den Gegentoren entscheidend mithalfen. Frustration bei Lukas Kremer nicht nur wegen des Eigentors. Er musste gefühlt 20x in den Luftkampf gegen das Kopfballmonster Joran Sobiech, der bezeichnenderweise der Namensvetter des baumlangen Profis ist. Kremer bekam keinen Stich. Schon früh hätte man erkennen müssen, dass dies die falsche Spielweise ist, auch wenn einige dieser hohen Bälle aus der Not heraus geschlagen werden mussten. Am Ende stehen für Deutz 05 NULL Punkte aus zwei Spielen. Das sollte sich schon am Sonntag ändern, wenn man nicht sich nicht schon früh in der Abstiegszone festsetzen will. Dass der aktuelle Tabellenführer Viktoria Arnoldsweiler seine Visitenkarte in Deutz abgibt, kann für die Motivation der Zäh-Elf nur gut sein. Liebe Deutzer, die junge Mannschaft gibt alles und verdient Ihre Unterstützung! Anstoß am Sonntag ist um 15:30 Uhr.

Spielbericht:  HW Kley