SV Deutz 05 – Viktoria Arnoldsweiler 1:1 (1:0)

Deutz 05 startete mit einer 4-3-3-Formation gegen den aktuellen Tabellenführer aus Düren. Dem Trainerteam um Johannes Zäh stand die beinahe volle Kapelle zur Verfügung. Niklas Grob verletzte sich beim Aufwärmen. Dass sie sich viel vorgenommen hatten, zeigten sie von Beginn an mit Laufbereitschaft und Zweikampfstärke. Diese Basics sollten der Schlüssel zum ersten Saisonsieg sein. Und es begann verheißungsvoll durch einen Eckball mit Folgen in der 9. Minute. Den in den Rückraum gespielten Ball nahm Sven Niklas mit voller Wucht. Der Pfosten hielt das Spielgerät im Feld, genau passend für Kapitän Tim Pütz, der zur 1:0-Führung traf. Die Schwarz-Gelben machten das in Folge richtig gut. Sie hielten den Gegner vom Tor fern, ließen aber auch gar nichts zu und hatten sich die Führung verdient. Es war nicht so, dass die 05er ein Offensivspektakel veranstalteten, aber die Viktoria wurde neutralisiert. Und das war gut so. Schrecksekunde nach 21 Minuten, als ein durchgesteckter Ball gegen eine schlecht gestaffelte Deutzer Defensive der Viktoria eine 1-gegen-1-Situation bescherte. Doch Torwart Maurice Nguyen fischte dem Stürmer bravourös den Ball vom Fuß. In der 39. Minute kam Leon Wallraff für Argjent Shabani. Nun begann die Zäh-Elf, eine Reihe von Freistößen zu produzieren, die ergebnistechnisch unschädlich waren, aber gelbe Karten verursachten. Es sollte eine Kartenflut mit Folgen werden. Leider fand die nicht minder rustikale Spielweise der Gäste beim Unparteiischen weniger Berücksichtigung. Die Deutzer Fouls lagen auch in der nun deutlich ungeschickteren Zweikampfführung begründet, was in den ersten 20 Minuten noch nicht der Fall war. Einen Freistoß nach taktischem Foul von Yaschar Hayit lenkte Keeper Nguyen über die Latte. Finn Stromberg kam für Lukas Kremer. In der 64. Minute ein Eckball mit Folgen. Der Viktoria-Kapitän Hürtgen schraubte sich unmarkiert hoch und traf per Kopf in den Winkel. Die nächste Szene dezimierte die Schwarz-Gelben. Der bereits verwarnte Tobias Blum sah nach Foul gelb-rot. Das Spiel blieb giftig bis hart umkämpft, ebenso wie die zu einseitige Sichtweise des Schiedsrichters bei der Bewertung gelbwürdiger Fouls. Ege Sentop ersetzte in der 73. Minute Thomas Idel. Minuten später kam Stromberg fast zum Abschluss. Fast, weil er sich in guter Position den Ball zu kompliziert auf den anderen Fuß legen wollte. Deutz 05 wehrte sich in Unterzahl vehement gegen den Druck machenden Gegner. In der 90. Minute Glück nach einem Pfostenschuss der Dürener. Michael Hamacher kam in der Nachspielzeit für Pütz. In der 95. Minute Kontersituation für Deutz. Stromberg spielte den Ball weit in den Rückraum, wo Niklas abzog. Scheinbar hatte er ein ahndungswürdiges Handspiel gesehen. Jedenfalls bewertete der Schiedsrichter seine intensive verbale Reaktion mit gelb-rot. Dies passte Trainer Johannes Zäh ebenso wenig, was die rote Karte für den Deutzer Coach zur Folge hatte. Deutz 05 überstand auch die letzten Sekunden schadlos.

Fazit:  Deutz 05 schlug Viktoria Arnoldsweiler klar mit 9:3, in der Addition der gelben und roten Karten wohlgemerkt. Der Berichterstatter erhebt keinen Anspruch auf Richtigkeit der letzten Szenen, weil die sich in großer Entfernung abspielten. Auf die Aufnahme eines Statements des Deutzer Trainers Zäh wurde aus emotionalen Gründen verzichtet. Hätte Arnoldsweiler das Spiel komplett beenden dürfen? Wie wäre es dann ausgegangen? Das kann niemand verlässlich sagen. Was bleibt, ist die Frage, ob die Deutzer Hinausstellungen vermeidbar waren. Die gelb-rote Karte gegen Niklas auf jeden Fall. Aber wer Fußball gespielt hat, wird auch das irgendwie verstehen, wenn ein Spiel auf Messers Schneide steht. Was bleibt unterm Strich? Die Schwarz-Gelben holten zum Ende stark dezimiert einen Punkt gegen einen physisch starken Gegner. Das ist höchst ehrenwert. Die Mannschaft zeigte nach den Auftaktniederlagen über weite Strecken, dass sie wettbewerbsfähig ist. Ich bin sicher, dass ein Sieg einen weiteren Knoten lösen wird. Am besten schon in Glesch-Paffendorf. Es ist davon auszugehen, dass dieses Spiel ohne Niklas und Blum, dafür aber mit Co-Trainer Patrick Urbas an der Seitenlinie stattfinden wird. Auf Deutz 05, jetzt erst recht!

Spielbericht:  HW Kley