SV Deutz 05 – FC Pesch 0:1 (0:1)

Fußball am Sonntag: Deutz 05 oder Effzeh, Not oder Elend bei gleicher Anstoßzeit? Ich entschied mich für Deutz, weil da ja schon immerhin zwei Punkte auf dem Konto stehen. Trainer Johannes Zäh schickte eine 4-2-3-1-Formation in das Derby, in der Tobias Blum die Sturmspitze war. Einige Stammkräfte fehlten wegen Krankheit oder verletzungsbedingt. Die ersten 10 Minuten verliefen ausgeglichen, der Gegner wurde gescannt. Nach einer Viertelstunde wurde ein langer Ball gefährlich, weil Paul Tilly etwas kurz zurückköpfte, der Pescher das Spielgerät aber am Tor vorbei legte. Im Laufe des Spiels strapazierte Deutz sein Glückskonto, weil zweimal ein Pescher allein vor Torwart Maurice Nguyen auftauchte. Der hielt einfach großartig und verhinderte den Rückstand. In der 25. Minute Freistoß für die Schwarz-Gelben aus 30 Metern. Leon Wallraf mit einer guten Aktion, aber ebenso der Pescher Schlussmann Ron Meyer. Kurz darauf die erste große Torchance für Deutz. Gute Balleroberung durch Sven Niklas, Querpass, Tim Wilking verzog aus bester Position. Schon der Gegenzug brachte höchste Gefahr für die 05er, als Georg Sakri frei vor Nguyen auftauchte. Der parierte einmal mehr glänzend. Die vielen Eins-gegen-Eins Situationen für Keeper Nguyen waren nicht nachvollziehbar. Wo waren Präsenz und Gegenwehr seiner Mitspieler? Der tüchtige Schlussmann war machtlos, als in der 29. Minute Miron Wessels zentral völlig freistehend den Ball über ihn heben konnte. 0:1! In der 40. Minute war Sakri wieder durch und – ja wer schon – der beste Deutzer parierte mit der Reaktion eines Handballtorwarts wieder hervorragend. Kurz vor dem Wechsel die zweite große Möglichkeit für Deutz: Blum scheiterte aus guter Position am ebenfalls starken Pescher Schlussmann Meyer. Zwei weitere gute Pescher Torchancen blieben ungenutzt. So stand es zur Pause „nur“ 0:1. Dafür konnte sich die Deutzer Elf bei ihrem Torwart bedanken. Viel zu wenig Gegenwehr, kaum Körperspannung, zu weit weg vom Gegenspieler: Da kann man auch schon mal aussichtslos zurückliegen, wenn nicht . . . ihr wisst schon.

Trainer Zäh nahm den verwarnten Niklas vom Feld und brachte Rayen Hakimi als zentralen Angreifer. Wilking ging zurück in die Kette, Blum auf die Außenbahn. Deutz 05 konnte das Spiel nun ausgeglichener gestalten und wurde deutlich offensiver. Blum bekam seine neue Rolle offensichtlich gut, einige gute Angriffe über rechts wurden initiiert. In der 65. Minute kam weiteres frisches Personal auf Deutzer Seite. Niklas Grob und Argjend Shabani ersetzten Wallraf und Gressel. Kurz darauf musste Wilking passen, für ihn kam Mats Goldmann. Nach 72 Minuten Doppelgroßchance für die Schwarz-Gelben: Thomas Idel legte für Hakimi auf, der am Pescher Schlussmann scheiterte. Der Nachschuss aus dem Rückraum landete am Pfosten. DER Weckruf für Deutz, dass hier noch was möglich war. Pesch wurde phasenweise in die eigene Hälfte gedrückt, aber der Ausgleich wollte nicht fallen. In der 79. Minute ein perfekter Pass in die Schnittstelle, als Blum startete. Seinen Schuss parierte der Pescher Keeper. Von Pesch kam nun nichts mehr außer Verteidigen. Das aber reichte für einen knappen Auswärtssieg, weil Deutz 05 trotz guter Möglichkeiten ein Treffer nicht mehr gelang.

Das Statement des Trainers Johannes Zäh unmittelbar nach dem Spiel:

„Wir haben den Jungs vor dem Spiel gesagt, dass viele Einzelspieler wieder als Mannschaft zusammenfinden müssen. Jeder muss seine Stärken ins Spiel einbringen, ganz gleich, ob Defensive oder Offensive. Wir müssen uns gegenseitig mehr vertrauen, dass jeder seine individuellen Fähigkeiten entfalten kann. Das haben wir in der ersten Hälfte definitiv nicht geschafft. Man hat weder eine Mannschaft noch individuelle Klasse gesehen. Wir haben alles in der Halbzeit angesprochen. Das 0:0 der zweiten Hälfte war ok, ein großer Sprung nach vorne im Vergleich zum ersten Durchgang. Insgesamt kann es aber nicht das Maß aller Dinge sein, da muss noch mehr kommen. Wir dürfen aber jetzt nicht verzweifeln, dass wir in eine Spirale hereinkommen, in der jeder für sich selbst verantwortlich ist. Wir haben den Rückhalt im Verein. Wir werden in Ruhe weiterarbeiten und der Zeitpunkt wird kommen, dass wir uns belohnen. Der Weg wird beschwerlicher, aber wir werden nicht aufgeben.“

Fazit:  Der FC Pesch hätte das Spiel schon in der ersten Halbzeit entscheiden können, wenn nicht ein Torwart namens Maurice Nguyen überragend gehalten hätte. Umso ärgerlicher ist, dass Deutz 05 im zweiten Durchgang ein ganz anderes Gesicht zeigte, viel beherzter agierte und der Ausgleich oder mehr möglich gewesen wäre. Dieses Gesicht müssen sie von Beginn an zeigen, soll es mit dem ersten Dreier – die nächsten Spiele gegen Wesseling und Fortuna Köln II sind immens wichtig – endlich klappen.

Unschönes am Rande:  Während des Spiels ist es von Seiten des Pescher Anhangs zu einer frauenverachtenden Beleidigung gegenüber unserer Co-Trainerin gekommen. Die Sportvereinigung Deutz 05 verurteilt diesen Vorfall auf das Schärfste und distanziert sich entschieden von jeglicher Art der Diskriminierung.

Spielbericht:  HW Kley