Wesseling-Urfeld – SV Deutz 05 1:2 (1:0)

Zwei Änderungen gab es in der Startelf der Schwarz-Gelben. Für die verletzten Halman und Blum begannen Dall Omo auf der Außenbahn und Ndoumi Kemadjou im Sturmzentrum. Nach 2 Minuten Schrecksekunde im Deutzer Anhang: Keeper Maurice Nguyen blockte einen Angreifer sehr körperbetont, aber der Unparteiische ließ weiterspielen. Schon im Gegenzug hob Kemadjou technisch anspruchsvoll den Ball über seinen Gegenspieler und hatte nur noch den Torwart vor sich. Aus halbrechter Position entschied er sich für einen Schuss mit dem rechten Außenrist. Äußerst ungewöhnlich und erfolglos, der Wesselinger Schlussmann hielt. Nach 10 Minuten vertändelte ein Innenverteidiger den Ball gegen Thomas Idel. Doch auch der vergab die zweite große Möglichkeit. Deutz 05 drückte nun gegen einen Gegner, der verunsichert schien und technische Schwächen offenbarte. Ein weiterer Abschluss von Tobias Gressel nach 20 Minuten war zu drucklos. In der 28. Minute geschah das, was eigentlich nicht sein durfte. Einen langen Ball Richtung Eckfahne wähnten einige im Aus. Er wurde aber auf der Linie im Spiel gehalten. Die Deutzer Abwehr staunte zu lange und ermöglichte mit imaginärer Zuordnung das Tor in zentraler Position. Wenn´s nicht so ernst gewesen wäre, hätte man lachen können. Die letzte Viertelstunde der ersten Hälfte war dann eher zum Weinen. Den 05ern fiel absolut nichts ein gegen eine technisch limitierte Mannschaft, deren Taktik meist aus langen Bällen bestand. Kein Tempo, keine Spielidee, die Begegnung wurde schwer verdaulich. Diagonalbälle können ja eine Waffe sein, aber wenn der Adressat dauern im Abseits steht? Halbherziges Pressing bereitete dem Gegner keine Probleme. Die Offensivkräfte liefen irgendwie an, aber im Mittelfeld klaffte ein Loch, weil die Doppelsechs mit Grob und Gressel nicht nachrückte. Es vermittelt zwar ein Gefühl von Sicherheit, wenn so viel Personal hinter dem Ball ist. Aber die Schwarz-Gelben lagen zurück und Druck aus allen Positionen war gefragt. Fehlanzeige! Dann war zum Glück Halbzeit.

Trainer Michael Gouram und seine Co’s schienen die richtigen Worte gefunden zu haben. Fabian Brockmeyer war für Anel Tabakovic gekommen und brachte frischen Wind. Einen gefährlichen Torschuss in der 52. Minute konnte der Wesselinger Keeper noch entschärfen. Kurz darauf ein weiter Freistoß von Nico Burbach in den Strafraum. Rostand Ndoumi Kemadjou erwischte den Ball mit dem Kopf und der Ball schlug unter der Latte ein, auch, weil der Torwart suboptimal postiert war. Immerhin 1:1. Deutz 05 weiter im Vorwärtsgang. Einmal mehr Brockmeyer auf Idel, der seinem Gegenspieler einfach davonlief. Im Strafraum kam dann der Rückpass nicht präzise genug. Kurz darauf Rostand mit guter Ablage auf Grob, dessen guten Schuss Wesselings Schlussmann entschärfen konnte. 70 Minuten gespielt. Ein Punkt war eigentlich zu wenig. Idel am Ball in halblinker Position. Als viele dachten, warum schießt der denn jetzt, schlug der Ball auch schon ein. Ein präziser Vollspannschuss in die lange Ecke bedeutete die 2:1-Führung für Schwarz-Gelb. Das Spiel war gedreht. Eine Flut von gelben Karten für die frustierten Wesselinger war die Folge. In der 77. Minute kam Emirhan Özen für Nicolo Dall Omo. Idel hätte wenige Minuten später den Deckel drauf machen können. Aus ganz spitzem Winkel jagte er den Ball über den Querbalken, anstatt den Rückpass auf Brockmeyer zu wählen. Eine Aussprache mit dem Trainer halte ich für möglich. Deutz 05 überstand die letzten Minuten schadlos und siegte 2:1 in Wesseling-Urfeld.

Fazit:  Drei Punkte nach der Auftaktniederlage gegen Siegburg waren immens wichtig. Der Sieg war aufgrund der Vielzahl an Chancen hochverdient. Nach der schlechten ersten Hälfte – wer sich nicht bewegt, hat verloren – wendeten die Deutzer mit viel Engagement das Blatt. Fabian Brockmeyer war für mich der Mann des Spiels, weil er permanent den Ball über die linke Außenbahn nach vorne trieb. Beinahe alle gefährlichen Aktionen wurden hier eingeleitet. Wenn die Schwarz-Gelben ihre temporäre Passivität ablegen, können sie richtig guten Fußball bieten. Die ersten 45 Minuten gegen Siegburg und die zweite Hälfte in Wesseling: Da könnte am Sonntag im Heimspiel was auf den SV Breinig zukommen. Also liebe Deutzer, kommt auf unsere Sportanlage. Für spannende Unterhaltung ist gesorgt.

Spielbericht:  HW Kley